Junge Mitte fordert Vormietrecht – Zuger Zeitung 12. Februar 2025
13. Februar 2025
Zugerinnen und Zuger sollen bei Mietwohnungen bevorzugt behandelt werden: Die Jungpartei will hierzu in allen Gemeinden motionieren.
Rahel Hug
Jeder und jede kennt inzwischen Menschen, die hier aufgewachsen sind, den Kanton Zug aber aufgrund der hohen Wohnkosten verlassen mussten. Gegen diese Abwanderung will die Junge Mitte Kanton Zug ankämpfen. Die Jungpartei hat bereits in zwei Gemeinden eine Motion eingereicht, in der sie ein Vormietrecht für die Zuger Bevölkerung fordert. In Risch und Cham ist der Vorstoss schon eingereicht. «In den anderen Gemeinden sind wir in der Ausarbeitung», sagt Gabriele Battiston, Präsident der Jungen Mitte. Die Motionen sollen demnächst vorliegen. Mit Ausnahme der Stadt Zug, denn dort gebe es bereits eine entsprechende Praxis, so Battiston.
«Die Junge Mitte Kanton Zug fordert eine Trendwende in der Wohnpolitik. Wir sehen es in unserer Verantwortung, die Stimme jener zu sein, die von den hohen Mietpreisen besonders betroffen sind», heisst es in einer Medienmitteilung der Partei. Wenn der Kanton Zug für jene unerschwinglich werde, die hier arbeiten, ihre Kinder aufziehen und zur Gemeinschaft beitragen, werde die Zuger Gesellschaft unweigerlich gespalten.
Förderung von Gemeindewohnungen
Ansetzen wollen Gabriele Battiston und seine Mitstreiter auf kommunaler Ebene. «Die meisten Gemeinden besitzen bereits Wohnungen, und es werden zunehmend auch neue durch die Gemeinden erstellt, etwa beim Neubau von Verwaltungsgebäuden», so der Jungpolitiker aus Rotkreuz. «Hier gibt es Handlungsspielraum, da Gemeinden nicht primär gewinnorientiert agieren müssen, sondern ein Interesse an einem starken Gemeindeleben haben sollten.» Ein Vormietrecht für Zugerinnen und Zuger sei ein klares Zeichen, «dass die Interessen der einheimischen Bevölkerung in der Wohnpolitik Priorität haben».
Zudem fordert die Junge Mitte eine gezielte Förderung von Gemeindewohnungen. Gemeinden sollen also vermehrt als Bauherrschaften auftreten. «Es ist entscheidend, dass die Gemeinden Verantwortung übernehmen und einen angemessenen Anteil an erschwinglichen Wohnungen für ihre Einwohnerinnen und Einwohner bereitstellen», schreibt die Partei. Damit wolle man Familien, junge Berufstätige und ältere Menschen, die besonders vom Mietdruck betroffen seien, unterstützen.
Ein Vormietrecht sollen Personen erhalten, die bereits zum Beispiel seit mehr als zehn Jahren in der jeweiligen Gemeinde oder seit mehr als 20 Jahren im Kanton Zug wohnhaft sind, wie es in der in Risch eingereichten Motion heisst. Das Vormietrecht gilt bei der Vergabe von Gemeindewohnungen oder bei Wohnungen, die wirtschaftlich der Gemeinde zuzuordnen sind. «Das bedeutet, dass die Bevölkerung sowohl bei den gemeindeeigenen Wohnungen als auch zum Beispiel bei den Genossenschaftswohnungen mit kommunaler Unterstützung von diesem Vormietrecht profitiert.»
Gemeindewohnungen sollen zu Bestandes- oder Kostenmieten an Medianverdienerinnen und Medianverdiener vermietet werden, so die Forderung der Jungpartei. Battiston schliesst: «Im Gespräch mit der Bevölkerung haben wir bereits viel positives Feedback zu unserem Vorstoss erhalten.»
Zug: Junge Mitte fordert Vormietrecht Zuger Zeitung 12.02.2025
