Wer häts erfunde? – Wohnraumpolitik im Kanton Zug
30. Juni 2025
Leserbrief von Tao Gutekunst
Wohnraum in Cham mit Augenmass und Realitätssinn
Die angespannte Wohnsituation in Cham beschäftigt derzeit zu Recht alle. Doch bei den vorgeschlagenen Lösungen zeigt sich ein klarer Unterschied: Während die einen auf mehr Regulierung und Umverteilung setzen, fordern wir Liberalen mehr Anreize und weniger Hürden für den Wohnungsbau. Denn nur wer bauen lässt, schafft Wohnraum und Entlastung für alle. Auf Gemeindeebene sorgt derzeit die Idee für Diskussionen, mit Steuergeldern Mietzuschüsse zu finanzieren, damit sich Menschen Wohnungen leisten können, die eigentlich über ihrem Budget liegen. Das mag sozial klingen, ist aber höchst ungerecht gegenüber all jenen, die ihre Miete selbst stemmen. Vermieter hätten kaum noch einen Anreiz, ihre Mietpreise am Markt zu orientieren, wenn die Gemeinde bereit ist, die Differenz zu übernehmen.
Wir setzen stattdessen auf marktwirtschaftliche Lösungen: schneller und dichter bauen, Verfahren entschlacken, Investitionen gezielt fördern und günstige Wohnungen zuerst an Einheimische vergeben. Erfreulich ist immerhin, dass sich unsere Ideen unter dem Titel «Chom zerscht – Wohnraum für Einheimische sichern» langsam herumsprechen. Die «Junge Mitte Cham» hat in ihrer Motion an der Gemeindeversammlung fast wortgleich einen Vorschlag übernommen, den wir, die FDP Cham, bereits im März an alle Haushalte verschickt haben. Man sagt ja: Nachahmung ist die ehrlichste Form der Anerkennung.
Tao Gutekunst, Präsident FDP Cham, Hagendorn
Zuger Zeitung
Wer häts Erfunde? Antwort Gabriele Battiston
Die angespannte Wohnraumsituation im Kanton Zug ist eine Realität, die längst nicht mehr übersehen werden kann. Die Junge Mitte Kanton Zug engagiert sich seit geraumer Zeit für tragfähige Lösungen, die den sozialen Zusammenhalt vor Ort erhalten. Denn wenn sich einheimische Familien, junge Erwachsene oder engagierte Vereinsmitglieder das Leben in ihrer Gemeinde nicht mehr leisten können, drohen langfristig soziale und kulturelle Verluste.
Auch Tao Gutekunst hat diese Thematik in seinem Leserbrief vom 21. Juni 2025 in der Zuger Zeitung angesprochen. Er nimmt Bezug auf die Motion der Jungen Mitte, welche ein Vormietrecht für die einheimische Bevölkerung bei Gemeindewohnungen fordert. Dabei erwähnt er, dass die FDP Cham bereits im März 2025 einen Flyer mit derselben Idee in sämtliche Chamer Haushalte verschickt habe und deutet an, die Junge Mitte habe sich diese Idee zu eigen gemacht.
Ein Blick in die jüngste Vergangenheit hätte sich jedoch gelohnt: Die Junge Mitte veröffentlichte ihre Forderung zum Vormietrecht bereits am 11. Februar 2025 in Form einer Medienmitteilung in der Zuger Zeitung, rund einen Monat bevor der erwähnte Flyer der FDP Cham verteilt wurde. Zuvor waren entsprechende Motionen eingereicht worden, in Risch am 27. Januar und in Cham am 5. Februar 2025. Unser Vorstoss stützt sich ausserdem auf ein Postulat der Mitte-Fraktion im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug vom 7. Juli 2023. Wer hier wem zuvorgekommen ist, lässt sich mit einem Blick auf die Datenlage rasch nachvollziehen, sofern man das denn will.
Wenn liberale Kreise nun beginnen, unsere Vorschläge aufzugreifen, sei es aus Überzeugung oder aus Ideenmangel, dann nehmen wir das sportlich und freuen uns in Zukunft über deren Unterstützung. Denn: «Nachahmung ist die ehrlichste Form der Anerkennung.»
Gabriele Battiston
Präsident, die Junge Mitte Kanton Zug
Zuger Zeitung
