Zwischen Hellebarde und Heirat
2. April 2026
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2. April 2026
Der neue AWG-Vorstand mit den Gastreferenten: Linus Anderrüthi, Stefan Aregger, Mila Winter, Nationalrat Martin Candinas, Felix Horber, Oberst Christoph Graf, Matthias Ebneter, Magnus Krienbühl, Ivan Abramovic
Die Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft des Kantons Zug (AWG) im Pfarreizentrum St. Michael in Zug war rasch erledigt. Präsident Felix Horber wurde bestätigt, ebenso der bisherige Vorstand; neu gehört Mila Winter dem Gremium an. Danach wurde es für die über 70 Anwesenden richtig spannend: Mit Oberst Christoph Graf, Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde, und Nationalrat Martin Candinas (GR, Mitte), Präsident des Stiftungsrats, erhielt das Publikum seltene Einblicke.
Graf spannte einen Bogen von der Geschichte bis zur Gegenwart. Dass Zug bei der Gründung der Schweizergarde eine wichtige Rolle gespielt habe, sei heute kaum mehr bekannt. Hinter der farbigen Uniform verberge sich weit mehr als touristische Folklore.
So erzählte Graf, dass die Gardisten heute mehrheitlich aus dem Wallis und dem Tessin stammen, während Innerschweizer selten geworden seien. Auch das Leben der Gardisten habe sich verändert: Heiraten ist inzwischen möglich. Das bringe neue Perspektiven, aber auch neue Verpflichtungen mit sich. Entsprechend gehe es längst nicht mehr nur um Rekrutierung, sondern auch um Familien, Wohnraum und soziale Absicherung.
Während der Covid-Zeit habe die Garde einen deutlichen Einbruch erlebt. Hinzu komme, dass bei manchen jungen Männern das religiöse Grundwissen schwächer geworden sei; Graf sprach offen von Lücken im Katechismus. Zudem bleibe jeder Papstwechsel für die Garde eine sensible Phase.
2027 soll der Bau der neuen Kaserne beginnen. Dafür besteht eine separate Stiftung. Martin Candinas zeigte auf, wie stark sich die Unterstützung der
Gardisten professionalisiert hat. Vor 25 Jahren seien rund 700’000 Franken in die Garde geflossen, heute 1,2 Millionen. Finanziert würden Weiterbildung, Sprachkurse, Kultur- und Sportangebote, Katechese, Wallfahrten und Beiträge an Sozialversicherungen. Ausserdem unterstützt die Stiftung auch Sicherheitsausbildungen mit eidgenössischem Diplom.
Eine der Anekdoten des Abends blieb besonders hängen: Die Vorträge kamen zustande, weil Felix Horber in Bern Martin Candinas auf der Strasse direkt angesprochen hatte. So blieb nach der GV vor allem der Eindruck eines Abends, der die Schweizergarde überraschend nahbar machte.
Für den AWG Kanton Zug: Matthias Ebneter, Vorstandsmitglied