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Der Haken am SVP-Plan zur Zuwanderung

2. April 2026

Obergrenze löst Probleme nicht Der Haken am SVP-Plan zur Zuwanderung

Am 8. Juni stimmen wir über die sogenannte Nachhaltigkeitsinitiative ab. Sie verspricht eine simple Lösung: weniger Menschen, weniger Probleme. Doch so einfach ist es nicht. Ja, die Schweiz wächst stark. Und ja, das spüren wir im Alltag – bei den Mieten, im Verkehr und bei der Infrastruktur. Diese Sorgen sind berechtigt. Auch ich bin der Meinung: Die Zuwanderung, insbesondere im Arbeitsmarkt, muss besser gesteuert werden. Aber eine starre Obergrenze von 10 Millionen Menschen löst diese Probleme nicht. Sie setzt am falschen Hebel an. Unsere Wirtschaft ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Gleichzeitig ist klar: Diese Menschen zahlen nicht nur Steuern, sie brauchen auch Wohnraum, nutzen die Infrastruktur und prägen unsere Gemeinden. Genau deshalb müssen wir ehrlicher werden: Zuwanderung darf nicht einfach der bequemste Weg sein, um offene Stellen zu besetzen. Unternehmen müssen stärker in die Verantwortung genommen werden – etwa bei Ausbildung, bei der Nutzung inländischer Potenziale sowie bei Wohnraum und Integration. Wachstum darf nicht einfach ausgelagert werden, während die Folgen die Allgemeinheit trägt. Sowohl beim Wohnraum als auch bei der Infrastruktur liegt die Verantwortung allerdings auch bei der Politik. Wenn es zu wenig Wohnungen gibt oder die Infrastruktur überlastet ist, wurde zu wenig vorausschauend geplant. Diese Probleme lösen wir nicht mit einer Zahl, sondern mit klugen Lösungen. Die Initianten sprechen von einer «Negativspirale» der Zuwanderung. Tatsächlich bringt Wachstum Herausforderungen mit sich. Aber genau deshalb braucht es Steuerung und Verantwortung – nicht eine starre Obergrenze. Gerade weil die Schweiz global verflochten ist, hat sie sich bewusst zu internationalen Abkommen verpflichtet. Diese sichern unseren Zugang zu Märkten, Arbeitskräften und Zusammenarbeit. Die Initiative stellt genau dieses Gleichgewicht infrage, indem sie letztlich verlangt, diese Verpflichtungen zugunsten einer starren Bevölkerungszahl aufzukündigen. Damit gefährdet sie das, was unseren Wohlstand ausmacht – ohne die eigentlichen Probleme bei Integration, Wohnraum und Infrastruktur wirksam zu lösen. Darum braucht es am 8. Juni ein Nein.

Matthias Ebneter