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Zivildienst aus Gewissen, nicht aus Bequemlichkeit

5. Mai 2026

Zivildienst aus Gewissen, nicht aus Bequemlichkeit

Der Zivildienst ist wichtig und soll auch in Zukunft für jene offen bleiben, die den Militärdienst aus echten Gewissensgründen nicht leisten können. Genau dafür wurde er geschaffen. Problematisch wird es aber, wenn der Zivildienst nicht mehr aus Überzeugung gewählt wird, sondern weil er im Alltag schlicht attraktiver und bequemer erscheint.

Wer Militärdienst leistet, weiss, was das bedeutet: frühes Aufstehen, lange Tage, körperliche und mentale Belastung, wenig Privatsphäre und mehrere Wochen Wiederholungskurs pro Jahr. Dazu kommen Dienste am Wochenende, Wache, Übungen bei jedem Wetter und das Leben in einer klar hierarchischen Struktur. Das gehört zum Militärdienst dazu, macht ihn aber logischerweise nicht besonders attraktiv.

Demgegenüber wirkt der Zivildienst für viele planbarer und angenehmer. Einsätze können häufig besser auf die persönliche Lebenssituation abgestimmt werden. Der Arbeitstag ist oft geregelter, man kann am Abend nach Hause, in der eigenen Wohnung übernachten und hat mehr persönliche Freiheit. Ein gutes Beispiel dafür ist das Verkehrshaus Luzern: Dort können Zivildienstleistende unter anderem bei Sammlungsobjekten, Ausstellungen, Logistik oder Restaurierungen mitarbeiten. Das ist sicher eine sinnvolle Tätigkeit, aber mit dem Alltag im Militärdienst kaum vergleichbar.

Genau hier liegt das Problem. Wenn der Zivildienst faktisch zur bequemeren Wahlmöglichkeit wird, verliert die Armee genau jene ausgebildeten Soldaten und Kader, auf die sie angewiesen ist. Die Schweiz investiert viel Zeit und Geld in diese Ausbildung. Wenn diese Personen danach fehlen, schwächt das die Einsatzbereitschaft der Armee und ist gegenüber all jenen unfair, die ihren Dienst weiterhin leisten.

Wichtig ist dabei: Der Zivildienst wird mit dieser Vorlage nicht abgeschafft. Wer den Militärdienst aus echten Gewissensgründen nicht leisten kann, soll auch künftig Zivildienst leisten können. Auch eine alte Gewissensprüfung wird nicht wieder eingeführt. Die Vorlage setzt dort an, wo heute falsche Anreize bestehen: bei späten Wechseln, bei sehr freier Planung und bei Vorteilen gegenüber dem Armeedienst.

Natürlich soll der Militärdienst dort verbessert werden, wo es möglich ist. Aber Militärdienst wird nie einfach bequem oder attraktiv sein. Er existiert nicht, weil er angenehm ist, sondern weil unser Land im Ernstfall verteidigungsfähig bleiben muss.

Darum braucht es das revidierte Zivildienstgesetz. Es greift den Zivildienst nicht an, sondern stellt sicher, dass er wieder seinem ursprünglichen Zweck dient: als Lösung für echte Gewissenskonflikte und nicht als einfacherer Ausweg aus dem Militärdienst. Deshalb stimme ich Ja am 14. Juni.

Rotkreuz, Gabriele Battiston Präsident Die Junge Mitte Kanton Zug